Gedanken schweifen jenseits der Donnerkuppel

„Ich töte dich mit meiner Teetasse.“

Und ein weiteres Mal sehen wir unsere Hoffnung auf den perfekten postapokalyptischen Science-Fiction-Action-Film mit verwegenem Antiheldenprotagonisten zerschlagen und noch vorm Aufsammeln der Überreste bereits mit dem Wind weggetragen und sich in alle Himmelsrichtungen verabschiedend in der Ferne verschwinden. Doch schon sehr bald wird uns die Ankündigung eines ähnlichen Vorhabens erneut ködern und in unserer Naivität werden wir davon ausgehen, dass es sich dieses Mal um die richtigen für den Job handelt, dass man die guten Ansätze der Vergangenheit aufgreifen und verfeinern und die Unvollkommenheiten reflektieren, verstehen und ausmerzen wird. In unserm tiefsten Innern glauben wir zu wissen, dass es tatsächlich möglich ist – dass es ihn geben kann und geben wird. Diese Überzeugung bedingt unsere bleibende Faszination für jedes neue Projekt, dessen Konzept mit den besagten Wunschelementen aufwartet und dessen Urheber die zweifellose Prämisse ungeahnten Potenzials suggerieren.

Und selbst wenn wir noch lange warten müssten, so bliebe uns dennoch der kleine Trost, die Perfektion längst miterlebt und die Genugtuung bereits erfahren zu haben. Im Kindesalter nämlich, wo unsere Begeisterung ungebremster und unser Anspruch niedriger war. Da gab es viele berüchtigte Einzelgänger wie Snake Plissken und Max Rockatansky, die wir aufgrund ihrer indifferenten Gesinnung und nonkonformistischen Lebensart bejubelten. Unsere Fantasie befähigte uns damals dazu, über unnatürlich anmutende Kulissen und schlechtes Schauspiel hinwegzublicken und unsere ganz eigenen Versionen dieser unvollkommenen Welten zu ersinnen. Vieles war perfekt, weil es für uns mehr sein konnte als es war.

Manchmal wird uns dieser besondere Blick von damals noch heute zuteil. Dann erscheint alles ideal in seinem kleinen, lückenhaften Universum und wir fühlen uns ergriffen, denn die Lücken schließen wir intuitiv.

„Sie sind doch’n großes Mädchen, oder? Hier iss’n Apfel und ne Knarre. Nicht mit Fremden reden, erschießen!“

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