Keine bessere Zeit – Part 2

Weitere unsortierte Gedanken zur Thematik

Comicverfilmungen erzielen an Kinokassen weiterhin Spitzenerträge. Mindestens alle zwei Monate erscheint dieses Jahr ein neuer Superheldenfilm (Captain America: The Winter Soldier, Amazing Spiderman 2: Rise Of Electro, X-Men: Days Of Future Past, Teenage Mutant Ninja Turtles, Guardians Of The Galaxy und Big Hero 6). Darüber hinaus gibt es natürlich noch weitere Veröffentlichungen, die ebenfalls auf Comicreihen und Graphic Novels basieren, aber nicht von Superhelden, Aliens oder Mutanten handeln (300: Rise Of An Empire, Snowpiercer und Sin City: A Dame To Kill For). Rechnet man zu diesen Lizenzen noch solche hinzu, die ebenfalls in Comicform vermarktet wurden, aber eigentlich einen anderen Ursprung haben (RoboCop, Godzilla und Transformers 4: Age Of Extinction), zählt man sogar mehr Filme als Monate.

Comiclesende Zuschauer nehmen diese Filme natürlich anders wahr als „reguläre“ Kinobesucher. Sie erspähen Details, verstehen spezifische Verweise und profitieren wesentlich von ihrem Vorwissen über die dem abgebildeten Universum zugrunde liegenden fiktiven mythologischen Konstrukte und individuellen Eigenschaften der handelnden Figuren. Mitunter sind sie aber auch benachteiligt, da sie vermeintlich überraschende Entwicklungen und Wendungen häufig unbeabsichtigt voraussehen. Ihr „Erleben“ der Filmwelt ist demnach vollkommener, aber dafür häufiger von Déjà-vus getrübt. Weicht die filmische Umsetzung zu stark von konkreten Erwartungen ab und es kommt zu einem unbewussten inneren Abgleich, so kann dieser Vorgang die erfolgreiche Vertiefung in den Film ebenfalls korrumpieren.

Um das „Erleben“ perfekt zu machen, darf eine Comicverfilmung also keine Eins-zu-eins-Abbildung einer existierenden Geschichte darstellen. [Es sei denn, die Übersetzung ist tatsächlich hundertprozentig und erweitert den Archetyp lediglich um weitere Dimensionen menschlicher Wahrnehmung (, wie Raum, Zeit und Ton bspw. Sin City, 300 und Watchmen).]   Ziel der Verfilmung ist es, eine alte Geschichte auf neue Weise zu erzählen, das Universum der Vorlage aber nur dort zu verändern, wo die Veränderung eine Optimierung des „Erlebens“ zur Folge hat.

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